Endless Trouble, Endless Pleasure

September 4th, 2011

Endless Trouble, Endless Pleasure

Erst am Morgen wird das ganze Ausmass des nächtlichen Gemetzels fassbar. Überall liegen abgetrennte Gliedmassen verstreut, Beine, halbe Körper und Hüllen derer – aber von den Tätern keine Spur. Sie haben sich zurückgezogen, schlagen nur im Schutz und dem Angebot der Dunkelheit zu. Willkommen in Keetmanshoop, einer Kleinstadt in der weiten Steppe Namibias, dem ehemaligen Deutsch-Südwest.

So wabert der Grundton der Geschichten, wie wir sie aus Afrika kennen und wohl auch erwarten. In meinem Fall sind die nächtlichen Protagonisten überwiegend Angehörige der reichhaltigen Insektenwelt Namibias. Wunderschön gemusterte Schmetterlinge der Nacht, Schrecken – gross wie ein erwachsener, einsam in die Luft gestreckter Mittelfinger und – natürlich die Mörder. Manche mit vier Beinpaaren ausgestattet und andere mit haftenden Fusssohlen bestückt, mit spitzer, klebriger Zunge an der Wand zum Anbruch der Nacht überlegen und gleichermassen geduldig auf reiche Beute lauernd.

Manchmal, aber selten, schreibt auch jemand über das Afrika des Lichtes. Denn in seinen städtelosen Landschaften stören keine künstlichen Lichter die Pracht einer abendlichen Himmelsfärbung zum Abschied der Sonne. Selbst in den Siedlungen beeinträchtigen menschliche Lichtquellen den Blick zum nächtlichen Sternenhimmel kaum, da Strassenbeleuchtungen nicht oder nur spärlich vorhanden sind. Die menschenarmen Weiten Afrikas, das ist auch ein Paradies für Astronomen, Geologen,  Entomologen und für Tierfreunde sowieso.

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